GotD: Meine Spiele des Jahrzehnts

Kürzlich habe ich euch an dieser Stelle bereits meine Spiele des Jahres präsentiert, doch übermorgen geht nicht nur 2009, sondern eine ganze Dekade zuende. Folgende 10 Videospiele haben mich in diesem Zeitraum am meisten beeindruckt, bzw. meinen Spiele-Konsum nachhaltig geprägt. Bei mehrteiligen Franchises (wie z.B. GTA) habe ich mich auf einen Teil beschränkt, ganz weg gelassen wurden (Trend)sportupdates  wie PES oder Tony Hawk, da es hier unmöglich war, im Nachhinein festzustellen, welche Auflage mein Favorit war. Die Auswahl fiel auch so schon schwer genug.

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GotY: Meine Spiele des Jahres

V: Batman: Arkham Asylum

Und es gibt sie doch: Gelungene Lizenz-Versoftungen. Batmans Trip durch den irren Arkham-Knast zählt zweifellos dazu und war vielleicht DIE positive Überraschung des Jahres. Rocksteady Games ist es gelungen, eine einmalige Atmosphäre zu kreieren, die dem dunklen Ritter sehr gut steht und für viele spannende Momente sorgt. Vor allem die von Scarecrow herbeigeführten Albtraum-Sequenzen dürften für diverse aufgestellte Nackenhaare verantwortlich sein. Auch das Hybrid-Gameplay aus Metroid-lastigem Erforschen, flotten Prügeleien und Stealth-Action funktioniert und führt flüssig durch die sehr ordentlich inszenierte Story.

IV: FIFA 10

Eigentlich ist es ein bisschen einfallslos, das x-te Update eines Sportspiels in die Top 5 aufzunehmen, aber FIFA 10 ist (zumindest für den Moment) der König der Fußball-Simulationen und war – bei einem Fußball-Junkie wie mir kein Wunder – mein meistgespieltes Game im zuende gehenden Jahr. Zugleich ist es das Einzige, das mich regelmäßig zum Online-Zocken verführt und immer weiter an meiner Technik feilen lässt. Denn FIFA mag vielleicht nicht ganz so realistisch sein, wie sein Konkurrent aus dem Hause Konami. Doch dafür ist es einfach packender, dramatischer, mitreißender. Fußball wie er sein soll. Auch nach Hunderten von Partien.

III: GTA IV: The Ballad of Gay Tony

Ich weiß, was jetzt so mancher denkt: Ein Add-On auf dem Bronze-Rang? So schlecht war das Software-Jahr nun auch wieder nicht. Stimmt, aber zum einen bin ich nun einmal bekennender GTA-Fanboy und zum anderen macht gerade der zweite DLC zu Teil 4 vor allem eins: sehr, sehr viel Spaß. Die abgedrehten Missionen, bei denen Krawall und Stil ganz oben stehen und die für das Franchise typischen Charaktere, die allesamt einen Hau weg haben, sorgen für viele vergnügliche Stunden. Außerdem freue ich mich über jede freie Minute, die ich in Liberty City verbringen kann, denn eine besser desingte Stadt gibt es im virtuelle Videospielreich nicht.

II: Dragon Age: Origins

Bislang hatte ich BioWare-Rollenspiele immer verschmäht, doch nach meinen tollen Erlebnissen mit Dragon Age: Origins wird mir das in Zukunft sicherlich nicht mehr passieren. Das RPG erzählt eine reife, düstere Story in einem eigenständigen, glaubhaften Universum, bei der die Helden spürbar mitwachsen und die Party so etwas wie eine zweite Familie wird, deren Macken und Vorzüge man schnell (ein) zu schätzen lernt. Auch die komplexe Charakterverwaltung und die immer aufregende Jagd nach neuem Equipment ist Rollenspiel von seiner besten Seite. Da verzeihe ich auch die Übersichtsprobleme im Kampf und die zahlreichen Anleihen bei den Gottvätern der Fantasy.

I: Uncharted 2: Among Thieves

Sicherlich keine große Überraschung, dass sich Spitzbube Nathan Drake den goldenen Pokal abholen darf, schließlich hat die Videospiel-Welt auch andernorts zurecht ferstgestellt, dass Uncharted 2 das beste Spiel des Jahres 2009 ist. Nahezu perfekte Popcorn-Unterhaltung mit kinoreifer Action und fast schon unverschämt sympathischen Charakteren wird eben belohnt. Among Thieves ist zu keiner Sekunde fade und findet eine eindrucksvolle Balance zwischen spielerischer Herausforderung, augenweidendem Eye Candy, einer selbstironischen Story und einer phänomenalen Optik, die selbst einem alten Hasen wie mir mitunter das Kinn auf die Knie purzeln ließ.

Enttäuschung: Scribblenauts

Würde man dem innovativen Spiel von 5th Cell ein Zeugnis ausstellen, würde dort der berüchtigte Satz „Hat sich redlich bemüht“ stehen. Denn gut gemeint ist bekanntlich das Gegenteil von gut gemacht. Scribblenauts vielzitiertes Vorhaben, den nahezu gesamten Wortschatz in ein Modul zu quetschen und fast jeden Begriff im Spiel manifestieren zu lassen, hat zwar geklappt, aber viele logische Fehlschüsse und vor allem die verkorkste Steuerung machen Scribblenauts zur unnötigen Wutprobe, die die Begeisterung über das tolle Konzept leider recht schnell verdrängt hat.

Geheimtipp: Prototype

Die Action-Orgie von den passend betitelten Radical Entertainment ist sicherlich weder das reifste Spiel, noch von überragender Qualität, und mir würden viele Dinge einfallen, die man hätte besser machen können. Aber zum Abreagieren und für laut gröhlende Männerrunden gibt es kaum ein besseres Spiel, als eines, bei dem man einen völlig overpowerten Antihelden gegen Mutanten und Militärs antreten lässt und mit einem Klingenhieb Hubschrauber vom Himmel holt und Panzer mit einem Flying Elbow dem Erdboden gleichmacht. Style over substance – ja. Aber man bekommt beim Spielen das Grinsen einfach nicht aus dem Gesicht.

Most Wanted 2010: Heavy Rain

Natürlich freue ich mich auch auf diverse Titel mit einer Zahl im Namen: God of War III, BioShock 2, Mafia II… Aber von den Neuentwicklungen ist das Projekt von David „Ich bin so verdammt ambitioniert“ Cage die meines Erachtens spannendste. Der Quasi-Vorgänger Fahrenheit war für mich ein Spiel, das schon in Ansätzen gezeigt hat, wozu ein Videospiel narrativ in der Lage sein kann, auch wenn sich die Macher im Endeffekt ein wenig übernahmen. Das Gleiche droht nun natürlich auch, aber wenn alles gut läuft, könnte das Game Noir tatsächlich zu einem Meilenstein der digitalen Geschichte werden. Und da will man doch dabei sein.

MotY: Meine Filme des Jahres

Watchmen

Wie ‚Der Herr der Ringe‘ galt auch die meisterhafte Graphic Novel von Alan Moore und Dave Gibbons als unverfilmbar, doch was Peter Jackson gelang, vollbrachte auch Zack Snyder. Dem Regisseur gelang es mit der Hilfe seiner Drehbuchautoren Alex Tse und David Hayter nicht nur, das visionäre Erwachsenen-Comic authentisch und stringent für die Leinwand zu adaptieren, das umgeschriebene Ende wirkt sogar schlüssiger als im Buch.

Natürlich mussten im Gegenzug einige Storystränge und Nebenhandlungen verkürzt werden, doch dafür haben die Macher bei der Besetzung der Watchmen ein gutes Händchen bewiesen. Vor allem Jackie Earle Haley als misanthropischer Maskenträger Rorschach und Malin Akermann als messerscharfe Silk Spectre II dürften den meisten im Gedächtnis geblieben sein. Zudem hat der Film einen sehr edlen Look, der die Optik der Vorlage prima einfängt, und einen phantastischen Soundtrack mit Songs von Bob Dylan, den Smashing Pumpkins und Philip Glass.

Inglourious Basterds

Nach dem Kinobesuch wusste ich erst nicht, wie ich den neusten Streich von Quentin Tarantino in die Riege seiner Filme einordnen soll. Mittlerweile kenne ich die Antwort: weit vorne. Auch die Geschichte der jüdischen Sondereinheit auf Nazijagd vereint wieder alle Trademarks, die man an QT schätzt. Brillante Dialoge, originelle Einstellungen, kauzige Charaktere und der tiefe Griff in den Fundus der Filmgeschichte, der auch bei ‚Basterds‘ wieder reichhaltig Anwendung findet.

Die meiste Aufmerksamkeit bekam allerdings weder der Regisseur, noch Zugpferd Brad Pitt, sondern Christoph Waltz für seine Rolle des Hans Landa. Und das vollkommen zurecht. Waltz gibt seiner Figur Doppelbödigkeit, Profil und Charme – auch wenn das bei einem Nazi-Oberst und ‚Judenjäger‘ wie ein Oxymoron klingt.

Für mich gehört IB nunmehr zu Quentins Top 3 – gleich hinter Pulp Fiction und den beiden Kill-Bill-Episoden – und hat damit seinen Platz auf dieser Liste wahrlich verdient.

Iron Maiden: Flight 666

Wenn man mich fragen würde, welche fünf Bands den Begriff ‚Heavy Metal‘ am besten definieren, wären Maiden auf jeden Fall dabei. Das Sextett um Steve Harris und Bruce Dickinson spielt seit ca. 30 Jahren seinen unverkennbaren Stil, den man entweder liebt oder hasst. Wer vernünftig ist, der liebt ihn und wird dann auch an der Dokumentation ‚Flight 666‘ sehr viel Vergnügen haben. Denn Dickinson ist nicht nur einer der weltweit besten Metal-Sänger, sondern auch ein hervorragender Pilot, der selbst die dicken Maschinen fliegen darf.

Die Eisernen Jungfrauen vereinten die beiden Leidenschaften ihres Frontmans und flogen bei ihrer jüngsten Welttournee mit dem eigenen Flugzeug, der ‚Ed Force One‘, rund um den Globus. Während Dickinson am Steuer saß, amüsierten sich Band und Crew im Rückraum der Maschine. Doch Flight 666 ist mehr als nur unterhaltsames Road Movie der anderen Art. Als Fan erfährt man auch viel über die sechs Musiker, den logistischen Aufwand einer solchen Tour und die Begeisterung, die die Band bei ihrem Anhang rund um die Welt entfacht. Metal als Produkt einer friedlichen Globalisierung. So soll es sein. Und als Bonus gibt es noch eine Zusatz-DVD mit den größten Maiden-Livehits obendrauf.

Frost/Nixon

Vielleicht der Geheimtipp dieser Liste. Dabei hätte der Medienthriller von Ron Howard alle Aufmerksamkeit verdient. Denn sein auf Tatsachen beruhender Film über ein Interview mit dem nach der Watergate-Affäre zurückgetretenen US-Präsidenten Richard Nixon und dem britischen Journalisten David Frost überzeugt vor allem durch zwei Dinge: seine beiden Hauptdarsteller und die aufs Wesentliche reduzierte Inszenierung.

Frank Langella ist in seiner Rolle schlicht brillant und verleiht seinem Nixon eine geradezu magnetische Ausstrahlung, die den Mistkerl am Ende sogar noch sympathisch und aufrichtig bedauernswert erscheinen lässt. Michael Sheen hingegen kann viel mehr als Vampierfilme (Underworld, Twilight) und schlüpft reibungslos in die Rolle des etwas naiven und überambitionierten Reporters, der die Story des Jahrzehnts gerochen hat und sich dafür finanziell hoffnungslos zu übernehmen droht, da kein Sender das vierteilige Interview unterstützen will.

Howard setzt diese Fragerunden wie einen Boxkampf in Szene. Mal wird nur angetäuscht, dann plötzlich durchgezogen; die Kontrahenten taumeln, werden von ihrer Crew beraten und aufgerichtet, bis am Ende einer den folgenschweren Fehler begeht und sein Gegner ihn ausknockt. Das ist spannend, informativ und wird von der Kamera nüchtern, aber dennoch effektiv in Szene gesetzt. Interviews als Zeitgeschichte.

The Wrestler

Die filmische Wiedergeburt des Mickey Rourke. Über Dekaden hinweg war er nicht gerade als darstellerisches Glanzlicht bekannt, so dass offenbar erst Darren Aronofsky mit seiner No-Budget-Produktion kommen musste, damit Rourke und die Welt seine schauspielerische Klasse wiederentdeckten. Doch er muss gespürt haben, dass die Rolle des Showkämpfers Ram Robinson, der im Leben nur im Ring Erfolge feiern konnte, wie für ihn gemacht ist. Dementsprechend liefert Rourke die beste Leistung seiner Karriere ab und bannt den Blick des Zuschauers auf den Bildschirm. Vor allem die Wrestling-Szenen, in denen sich Rourke nicht doublen ließ, sind packend und dramatisch. Denn im Gegensatz zum TV-Wrestling mit seiner bis ins kleinste Detail durchgestylten Kunstwelt, duellieren sich dort nicht zwei Kontrahenten vor einem Millionenpublikum, sondern sie zeigen die andere Seite der Medaille, in denen die Ringer unter miesen Bedingungen im wahrsten Sinne des Wortes um ihr Leben kämpfen.

Alles Gute, Simpsons

Die erste (offizielle) Folge der Simpsons wurde vor exakt 20 Jahren ausgestrahlt. Trotz ihrer Höhen und Tiefen kann man wohl guten Gewissens behaupten, dass die gelbe Familie aus Springfield unsere Popkultur bereichert und inspiriert hat, wie keine andere Zeichentrickserie. Von Anfang an mit dabei war auch der berühmte ‚Couchgag‘ am Ende des Intros. Zur Feier des Tages gibt’s jetzt alle am Stück.

The Hero of Time: Link zu Link

Wie gut, dass mich die GEE in ihrem Blog noch einmal daran erinnert hat: Das US-Fanprojekt ‚The Hero of Time‘ von BHB Finishes hatte im Sommer in Atlanta Premiere und steht seit zwei Tagen zum kostenlosen Angucken auf DailyMotion bereit. Vier Jahre lang arbeiteten die Zelda-Fans an ihrer Version eines Realfilms aus der Welt Hyrules. Schon alleine für ihre Hartnäckigkeit und Leidenschaft verdienen sie große Anerkennung, selbst wenn der Film kein Kracher sein sollte (ich hab ihn aus Zeitmangel noch nicht sehen können, Fabu von Superlevel ist allerdings nicht so begeistert und auch anderswo lässt man vor allem an den Darstellerleistungen kaum ein gutes Haar).

Vielleicht hilft ja der Trailer bei der Entscheidung, ob euch The Hero of Time 100 Minuten wert ist:

Ridley, Russell, Robin

Der erste Trailer zu Ridley Scotts Neuinterpretation der Robin-Hood-Legende ist nun im Netz zu finden. Der Stoff wurde schon so oft verfilmt, dass man gespannt sein darf, was ein Regisseur wie Scott noch heraus holen kann. Ich mag ja diese Art von Filmen und finde die Hauptrolle mit Russell Crowe auch ganz passend besetzt. Generell gute Vorzeichen (für mich).

Gefunden bei den Fünf Filmfreunden